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Der 20-Euroschein der Europa-Serie

Am 25. November 2015 wird die dritte Stückelung der Europa-Serie der Euro-Währung offiziell eingeführt – der neue 20-Euroschein. Die erste Stückelung des neuen 5 Euro Scheines wurde im Mai 2013 herausgegeben. Im Jahr 2014 folgte der 10-Euroschein.

In Vorbereitung auf den bevorstehenden Wechsel der Eurobanknote stellte der EZB-Chef Mario Draghi höchstpersönlich diese Ende Februar 2015 der EZB in Frankfurt am Main vorgestellt. Kurz zuvor veranstaltete das Euro-System ein Seminar bei der Banca d‘Italia für alle von der Umstellung betroffenen Anbieter diverser Banknotenbearbeitungsgeräte. Die Pläne reichen soweit, dass bereits angekündigt wurde, dass ab Oktober 2015 zahlreiche Faltblätter mit Informationen zum neuen 20-Euroschein an drei Millionen Verkaufsstellen des Euroraumes ausliegen werden. Immerhin ist der Euro inzwischen Währung 338 Millionen Menschen 19 verschiedener Länder Europas. Dementsprechend müssen die Verantwortlichen dafür sorgen, dass das Vertrauen in den Euro wächst, soll er als verlässliche globale Währung Anerkennung finden.

Falschgeld verursachte 2013 Schaden von 3,3 Millionen Euro

Im Jahresvergleich 2013 zu 2014 wurde ein Anstieg des Schadens durch die Verwendung von Blüten in Höhe von 2,1 Millionen Euro auf 3,3 Millionen Euro verzeichnet. Vorwiegend fand man den gefälschten 50-Euroschein. 82 Prozent des Falschgeldaufkommens wurden durch falsche 20- und 50-Euroscheine verursacht. Die folgende Statistik zeigt noch einmal genauer, welche und in welchem Wert gefälschte Euro-Banknoten in der zweiten Hälfte des Jahres 2014 sichergestellt wurden.

Statistik: Verteilung der sichergestellten gefälschten Euro-Banknoten im 2. Halbjahr 2014 nach dem Wert der Geldscheine | Statista
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„Zeitalter und Stile“

Auch die neuen Banknoten der Europa-Serie haben das Motto „Zeitalter und Stile“ beibehalten. Bei den hauptsächlich verwendeten Farben auf dem Schein wurden kaum Abwandlungen vorgenommen. Die wenigen Veränderungen wurden vordergründig aus einem Sicherheitsaspekt heraus, vorgenommen. Dementsprechend können neuer und alter 20-Euroschein auch voneinander unterschieden werden. Die Europa-Serie wird von einem unabhängigen Banknotendesigner namens Reinhold Gerstetter überarbeitet und neu aufgelegt. „Sie tragen nun auch den Ländern Rechnung, die der EU seit 2002 beigetreten sind. So zeigt die Landkarte Europas jetzt Malta und Zypern, das Wort „Euro“ ist nicht nur in lateinischer und griechischer, sondern auch in kyrillischer Schrift abgebildet, und das Akronym der EZB ist in neun – statt fünf – Sprachvarianten aufgeführt.“ (Quelle: Bundesbank)

Weitere Stückelungen werden in den kommenden Jahren in unveränderter Reihenfolge folgen. Das bedeutet nach dem 20- Euroschein folgen der 50-, 100- und schließlich der 200-Euroschein.

Verbraucher erhalten Vorab-Informationen in Form eines Tetris-Spiels

Aus Sicherheitsgründen wurden Informationen zur neuen Banknote im vergangenen Jahr lange Zeit zurückgehalten. Das aus verschiedenen Gründen, vor allem natürlich zur Sicherheit vor Geldfälschern. Sie sollen so vermindert die Gelegenheit dazu erhalten, die neue Sicherheitsmerkmale des 20-Euroscheins auszuspähen. Diese Vorsicht begründet sich aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre, in denen es vermehrt Versuche gab, Banknoten zu imitieren. Carl Ludwig Thiele, der Bundesbank-Vorstand, äußert sich aber optimistisch: „Mit der neuen Europa-Serie wird die Sicherheit der Banknoten weiterhin erhöht.“ (Quelle: WiWo)

Seit Februar 2015 läuft nun aber eine Aktion der nationalen Zentralbanken des Euroraumes zur Europa-Serie. Auf einer eigenen Website können sich Verbraucher zu den Sicherheitsmerkmalen der neuen Banknote informieren und sich damit vertraut machen – dies in ganz spielerischer Weise in Form eines Online-Wettbewerbs mit der Bezeichnung „Tetris® neuer 20-€-Schein“. Die Kampagne läuft noch bis zum 31. März 2015.

Sicherheitsmerkmale der neuen 20-Euro Banknote

Ein wesentlicher Hintergrund für die Neuauflage der Euro-Banknoten in der Europa-Serie ist die Fälschungssicherheit. Dem soll ein neues innovatives Sicherheitsmerkmal vorbeugen: Das Portrait-Fenster im Hologramm des Scheins. Dabei handelt es sich um eine „[…] zukunftsweisende technologische Neuerung, die Banknoten noch fälschungssicherer macht.“ (Quelle: Bundesbank) Das Portrait stammt von einer Vase aus der Region Süditaliens, welche über 2000 Jahre alt ist. Man kann sie heute noch im Pariser Louvre besichtigen. Ein weiterer wichtiger Grund für die Neuauflage der Eurobanknoten ist die Strapazierfähigkeit, welche die Langlebigkeit der Scheine um einiges erhöhen soll.

Statistische Erhebung zur Registrierung von Falschgeld

Infografik: Welche Euroscheine am häufigsten gefälscht werden | Statista

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Portrait-Fenster

Das Portrait der Europa in diesem Fenster erscheint, wenn man die Banknote gegen das Licht hält. „Das Porträt-Fenster stellt eine bahnbrechende technologische Neuerung dar und macht die Banknote noch fälschungssicherer.“ (Quelle: Bundesbank) Es ist auf beiden Seiten des Scheins ersichtlich. Kippt man den Schein zeichnen sich auf der Vorderseite regenbogenfarbene Linien ab, welche die Wertzahl „20“ eingrenzen. Das Hologramm auf dem Geldschein hebt sich durch einen silbernen Strich auf der Vorderseite ab. In diesem sind das Euro-Zeichen, mehrfach die Wertzahl des Scheins und das Architekturmotiv abgebildet.

Wasserzeichen

Das Portrait der mythologischen Gestalt der Europa erkennt der Verbraucher auch im Wasserzeichen der 20-Euro Banknote. Die Bezeichnung „Portrait-Wasserzeichen“ soll diesen Schein der Europa-Serie wesentlich von seinen Vorgängern unterscheiden. Neben der mythologischen Gestalt im Wasserzeichen sind Wert und Hauptmotiv des Scheins zu erkennen.

Smaragdzahl

Die Smaragdzahl glänzt auf der neuen 20-Euro Banknote auf der Vorderseite. Ein Lichtbalken bewegt sich auf und ab bei der Hin-und Her-Bewegung des Scheins. Ein Farbwechsel von Smaragdgrün in Tiefblau ist je nach Blickwinkel des Betrachters festzustellen.

Echtheitsprüfung: „Fühlen – Sehen – Kippen“

Die Echtheitsprüfung der Scheine kann seit der ersten Euro-Reihe durchgeführt werden, nur mit dem Unterschied, dass jetzige Sicherheitsmerkmale noch verstärkter vor Fälschungen vorbeugen sollen. Die Echtheitsprüfung kann mittels des Fühlen-Sehen-Kippen-Tests durchgeführt werden.

Fühlen

Hier gilt es vor allem auf die Beschaffenheit, d. h. die Griffigkeit und Festigkeit des Banknotenpapiers zu achten.  Das Relief des Hauptmotives, der Schrift und der großen Wertzahl sind spürbar. Neu ist aber, dass sich am linken und rechten Rand der Vorderseite des 20-Euroscheins mehrere Reihen erhabener Linien ertasten lassen.

Sehen

Das schemenhafte Motiv eines Wasserzeichens wird für den Betrachter sichtbar, wenn er die Note gegen eine Lichtquelle hält. In dem Motiv selber werden das Hauptmotiv und der Wert der Banknote erkennbar. Eine Neuerung ist auch hier zu finden: Das Portrait der Europa, was in dem Wasserzeichen zu erkennen ist. Die Banknote gegen eine Lichtquelle gehalten, wird für den Betrachter das Fenster durchsichtig und gibt das Portrait der Europa frei und das auf Vorder- und Rückseite des Scheins. Nur unter Verwendung einer Lupe wird an verschiedenen Stellen im Motiv die Mikroschrift deutlich.

Unter UV-Licht leuchtet das Papier der neuen Europa-Serie. Die Sterne auf der Flagge, ebenso die großen Sterne und die kleinen Kreise und andere Stellen des Scheins leuchten dann gelb. Weitere in die Banknote zufällig eingetreute Fasern fluoreszieren in drei Farben: blau, rot und grün.

Kippen

Während man den Schein kippt, wird auf dem Folienstreifen – auch Sicherheitsfaden genannt –, rechts auf der Vorderseite, die Wertzahl und das Euro-Symbol sichtbar. Zudem verändert die glänzende Zahl ihre Farbe von Smaragdgrün zu Tiefblau. Ein weiteres neues Sicherheitsmerkmal der Europa-Serie. Ein weiteres Farbspiel ist zu beobachten, wenn den Schein schräg hält und das Holgramm-Fenster beobachtet. Dann wird die von regenbogenfarbenen Linien umgebene Wertzahl „20“ der Banknote sichtbar. Diese sieht man in den gleichen Farben in einer kleineren Version auch auf der Rückseite mehrfach in diesem selben Fenster.

Verbesserte Sicherheitsmerkmale auf einen Blick

Merkmale des 20 Euro Scheins

Vorbeugende Maßnahmen zur Verminderung von Problemen bei der Einführung des neuen 20-Euroscheins

Um größeres Chaos bei diesem Wechsel von vornherein zu vermeiden, wurden durch die EZB verschiedene Maßnahmen ergriffen. Z. B. wurden Kooperationen zu handelnden Akteuren intensiviert, insbesondere zu Betreibern von Banknotenbearbeitungsgeräten. Es liegt vor allem an diesen Gerätebetreibern, welche eine reibungslose Umstellung ermöglichen können, in dem sie ihre Geräte rechtzeitig updaten und sich mit den Merkmalen der neuen Banknote vertraut machen. Zu den weiteren Vorbereitungsmaßnahmen zählen die zahlreichen Veranstaltungen und Seminare wie bilaterale Treffen mit den einzelnen Anbietern und Herstellern von Banknotenbearbeitungsgeräten. (siehe European Central Bank)

Europa-Serie eignet sich für Sehbehinderte

Zeichen für SehbehinderungEine wunderbare Tatsache ist, dass in die Vorbereitungen zu Entwürfen der neuen Euro-Banknoten sehbehinderte Menschen einbezogen wurden. Dieser Gedanke trägt der Tatsache Rechnung, dass die neuen Scheine Merkmale aufweisen, die auch Verbrauchern mit vermindertem Sehvermögen einen sicheren Umgang mit den Scheinen ermöglichen, in dem diese Merkmale ertastet werden können. Dazu zählen u. a. die Schriftzeichen, die auf der Vorderseite in entsprechender Größe mit deutlicher Sichtbarkeit aufgedruckt worden sind. Fühlbare Unterscheidungsmerkmale findet man auch auf den Rändern. Die Hauptfarben sind in der Europa-Serie deutlich hervorgehoben und weisen eine stärkere Farbintensität nach.

Autor: DH